Aus dem Leben einer „Working Mom“

Zwischen VOGUE & Windeln

Hi, Ich bin Ann-Kathrin.

Ich bin 32 Jahre alt und im Februar 2020 Mama eines wundervollen kleinen Jungen geworden. Bevor ich im Februar 2020 in die knallharte und wunderschöne Realität der Mutterrolle eintauchte, drehte sich mein Leben meist um mich selbst. Um meine Wünsche, Ziele und Pläne. Mit Anfang 20 führte ich eine Beauty- und Weddinglounge in Hamburg, die ich in meinem jugendlichen Leichtsinn, wirtschaftlich kolossal, gegen die Wand fuhr. Damals als grandioses, persönliches Scheitern betrachtet, kann ich es heute als unbezahlbares Lehrgeld und großes persönliches Wachstum verbuchen. Ich glaube, dass wir scheitern müssen um zu wachsen, uns zu entwickeln und unseren persönlichen Weg zu finden. Scheitern wird immer sehr negativ assoziiert, doch Scheitern bedeutet auch MUT, sich trauen und etwas ausprobieren. Lieber möchte ich scheitern – auch mehrmals – als immer daran denken zu müssen, was gewesen wäre, wenn ich es doch gewagt hätte! In meiner späteren Tätigkeit für globale Unternehmen der Fashion- und Luxusbranche, war ich dann immer wieder mit der Problematik der Vereinbarkeit von Kind und Karriere konfrontiert und auch ich konnte nach meiner Schwangerschaft nicht wieder in meine alte Tätigkeit zurück, da die Arbeitszeiten und Bedingungen mit meiner Mutterrolle leider nicht vereinbar gewesen wären.

 

In mir regte sich nach den ersten Wochen und Monaten in der „Baby Bubble“, dem betrunkenen Glück und der völligen Erschöpfung, der Wunsch auch wieder etwas für mich zu tuen und damit meine ich nicht den Jogger gegen ein paar High Heels zu tauschen oder mit meinen Freundinnen einen Drink zu nehmen (dies war auf Grund des ersten Lockdowns eh nicht möglich) – NEIN, ich wollte eine weitere Aufgabe, eine Herausforderung, die nur mich als Ann-Kathrin und nicht die „Mutter von…“ betrifft, etwas auf das ich mich konzentrieren konnte um mir eine gedankliche Auszeit von all den Verpflichtungen des Mama-Seins zu schaffen. Mein Gründerherz begann wieder zu schlagen und die Idee zu meinem zweiten Baby „Fashionmom.de“ war geboren. Eine Plattform für Mamas, auf der sie sich begegnen, austauschen und gegenseitig ermutigen können. Bei „Fashionmom.de“ erzählen wir unter dem Motto „Starke Frauen & ihre Geschichten“ von mutigen Mamas und geben ihnen eine Bühne.

 

Seit ich nun Mama geworden bin, begleitete mich der tägliche Struggle zwischen

Mama- Alltag und Frau-sein. Man möchte die bestmögliche Mama sein aber auch Me-time & Selfcare sind so wichtig und nicht zu vernachlässigen. Ich bin der Meinung, dass eine ausgeglichene, zufriedene Mama auch glückliche Kinder erzieht und so einen wichtigen Grundstein für ihre Zukunft legt. Dazu kommt dann noch der Wunsch auch außerhalb von Kind und Haushalt etwas zu schaffen. Zwischen „Vogue & Windeln“ nenne ich diesen Struggle immer liebevoll! 🙂 Alles unter einen Hut zu bekommen, ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben, ist eine Aufgabe, der ich mich, wie alle Mütter, jeden Tag aufs Neue stellen muss. An manchen Tagen klappt dies ausgezeichnet und an manchen Tagen möchte man sich einfach eine Decke über den Kopf ziehen. Schaut man dann in die strahlenden Kinderaugen, drückt das kleine Wesen an sich und spürt diese ganz einmalige, große Liebe, ist dies der größte Antrieb und lässt jedes kleine Alltagsproblem verschwindend gering erscheinen. Die Mamas & Papas dieser Welt wissen gerade genau, welches Glücksgefühl ich meine. 😉

 

Die Rolle der Mutter ist ein 24/7 Job und wenn ich 24/7 sage, dann ist das keine gesprochene Metapher.Es ist die wohl größte Herausforderung, die anspruchsvollste Aufgabe, die sich einer Frau widmen kann und zugleich auch die Dankbarste und Erfüllendste. Zusätzlich zu diesem Fulltime Job, noch einer weiteren Erwerbstätigkeit nachgehen oder wie in meinem Fall ein Unternehmen zu gründen, ist eine wirkliche Zerreißprobe und bringt mich an manchen Tagen buchstäblich an meine Grenzen – mental aber auch körperlich, denn neben all den Wünschen, der Selbstverwirklichung und den Ambitionen, steht eines natürlich über allem – mein Kind.

 

In dieser Kolumne soll es nicht nur um die gesellschaftlichen Ansprüche an eine Mutter gehen, die nebenbei bemerkt immer größer werden, oder um das selige Mama-Glück, sondern um die Wünsche und Leidenschaften einer jeden Frau, den alltäglichen Wahnsinn – ein schonungsloser Blick hinter die Gardinen eines jeden Kinderzimmers – das große Chaos und die grenzenlose Liebe.

Ann-Kathrin Hellge

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