Die „Illustre Welt“. Oder auch: die Kunst der Reduktion

Wir leben in einer Welt, die geprägt ist von Bildern. Egal ob wir Plakate beim Stadtbummel betrachten oder die Displays unserer Smartphones. Bilder sind unser stetiger Begleiter. Die scheinbar unbegrenzte Verfügbarkeit von Eindrücken und Informationen droht uns teilweise zu überlasten.

Das bewusste Ausblenden von Inhalten ist ein Weg, um mit dieser Flut umzugehen. Ein anderer, seine Wahrnehmung der Umgebung zu verändern. Für Designer ist die Reduktion von Inhalten auf ihre zentrale Bedeutung entscheidend. Grade in der Gestaltung sind klare Strukturen gefragt. Überfrachtete Grafiken oder verwirrende Logos werden weder Kunden noch Auftraggeber überzeugen.

Design ist eine Kunst für sich. Man beschreitet neue Wege und entwickelt sich stetig weiter. Für Swantje Oswald begann ihre kreative Reise in der Magazingestaltung.

Während der Elternzeit zog es sie von Hamburg zurück nach Hannover. Es war die Liebe, welche sie wieder zurückführte. Hier entdeckte sie ihre Liebe zur Stadt Hannover. Die schönen Ecken und Kanten der Leinestadt zogen sie in ihren Bann.

Während der Babypause machte sie eine Umorientierung vom Magazindesign zur Selbstständigkeit. Ihr Herz schlägt für Illustrationen statt für klassisches Design.

Die Idee zu „Illustre Welt“ entstand auf einem Schulfest, auf dem sie ein paar ihrer Werke ausstellte. Im Gespräch mit dem Besitzer einer Druckerei entstand das grundlegende Konzept, lokale Motive neu zu entwerfen und zu interpretieren. In einem plakativen, fast schon minimalistischen Stil, kreiert sie ihre eigene Sicht auf den Maschsee und andere prominente Spots der Stadt.

Der Startschuss für ihre Selbstständigkeit fiel auf dem Kunstmarkt Designachten 2019. Auf lokalen Märkten über Designmessen bis hin zum lokalen Handel brachte sie ihre Prints in Umlauf. Im Gretchens oder dem Hof-Talente-Laden findet man ihre Werke.

Als Grafikerin führt sie zwar auch Auftragsarbeiten durch, in naher Zukunft möchte sie sich aber vollständig auf die Illustrationen zu fokussieren. Nicht nur Karten und Poster – In Zukunft sind noch mehr Motive geplant. Seit Beginn des Jahres arbeitet sie am Aufbau eines umfassenden Onlineshops.

Was bedeutet für dich eine perfekte Illustration?

„Es gibt so unterschiedliche Formen und Stile von Illustrationen, dass ich keine „perfekte“ Illustration definieren kann. Und an den eigenen kann man immer noch etwas verbessern. Was mich im Moment interessiert, ist ein bestimmter Grad an Reduktion, Reduktion in den Details und Farben und trotzdem eine bestimmte Stimmung an einem Ort einzufangen.“

Wie entstehen deine Werke?

„Meistens mache ich erst einmal Fotos von den Orten, um die Stimmung einzufangen und um Gebäude und Umgebung perspektivisch richtig darstellen zu können. Die genaue Situation, Menschen, Lichtstimmung etc. entwickle ich beim Illustrieren dazu. Ich zeichne in Illustrator, einem Vektorprogram. So kann ich die fertigen Bilder später auf alle beliebigen Formate vergrößern und verkleinern.“

Wie hast du deinen eigenen Stil entwickelt?

„Ich habe im Studium begonnen, erste Illustrationen in Freehand zu zeichnen und war sofort begeistert. Die Arbeit mit Vektorprogrammen ermöglichen einerseits sehr präzises Arbeiten aber gleichzeitig entsteht fast automatisch eine gewisse Abstraktion, die an Siebdrucke und Plakate aus der Mitte des letzten Jahrhunderts erinnert. Diese alten Reiseplakate aus den 50er und 60er Jahren inspirierten mich dazu, meine Heimatstadt in diesem Stil zu portraitieren.“

Social Links: @illustrewelt

Webadresse:

https://www.etsy.com/de/shop/illustrewelt/

Bildcredits: Swantje Osburg

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